Sonntag, 9. August 2009
Am zweiten Tag in Nyaungshwe stand Trekking auf dem Programm. Gemeinsam mit einem Angestellten unserer Unterkunft machten wir uns auf den Weg. Einen ersten Stopp legten wir in einem Dorf des Pa-O-Stammes ein. Ein Bewohner zeigte uns dort, wie in Handarbeit Zigarren entstehen, die man z.B. auf dem Markt in Inthein erwerben kann. Andere Reisende berichteten von Preisen um 1$ fuer 100 Zigarren. Also nicht gerade viel, was die Menschen fuer ihre Arbeit erhalten. Es sollte an dieser Stelle vielleicht auch noch erwaehnt werden, dass das Gebiet um den Inle See von sehr vielen verschiedenen Staemmen und ethnischen Minderheiten bevoelkert wird.
Samstag, 8. August 2009
Gleich am naechsten Morgen ging es mit dem gecharterten Boot auf Erkundungstour. Der Inle See mit seinen zahlreichen Flussarmen ist riesig, und hat viel zu bieten. Nicht umsonst gehoert er zu den Top-Attraktionen in Myanmar. Bis zum spaeten Nachmittag waren wir auf dem See unterwegs und besuchten verschiedene Tempel und Workshops. Diese Fotos entstanden auf dem ersten Abschnitt, auf dem Weg von Nyaungshwe nach Ywama.
Freitag, 7. August 2009
Nach drei Tagen in Mandalay sollte es weiter gehen nach Nyaung Shwe, zum Inle See. Leider waren alle Fluege ausgebucht, so dass wir die knapp 300 Kilometer mit einem privaten Fahrer zuruecklegen mussten. Die geplante 7 stuendige Autofahrt im alten Corolla dauerte im Endeffekt dann jedoch 11 Stunden, da sich einige Fahrzeuge mitten im Nirgendwo im Matsch festgefahren hatten und fuer mehrere Stunden den Weg blockierten. Immerhin konnten wir so einen Eindruck von Burmas Landschaft und dem Leben ausserhalb der Stadt gewinnen...
Wer kurzfristig ebenfalls Lust auf Suedamerika bekommen haben sollte: Diese Gabelflugverbindung ist noch bis Ende November sowohl von Frankfurt als auch von Muenchen (ggf. auch weitere Staedte) fuer zahlreiche Termine im Zeitraum Maerz/April zu einem unschlagbaren Preis um die 850 Eur direkt bei Delta.com buchbar.
Donnerstag, 6. August 2009
Unseren letzten Tag in Mandalay nutzten wir fuer die Erkundung der Umgebung. Denn rund um Mandalay liegen zahlreiche alte historische Staedte. Hierzu gehoert auch Sagaing, das mit seinem Tempelberg ein wichtiger religioeser Ort ist. Auf 500 Stupas, zahlreiche Tempel, Kloester und bis zu 6000 Moenche und Nonnen trifft man hier. Zudem war die Stadtum 1315 Hauptstadt des damaligen unabhaengigen Shan-Koenigreiches. Wir beschraenkten unseren Besuch allerdings auf den Tempelberg.
Mittwoch, 5. August 2009
Am naechsten Morgen machten wir uns auf den Weg zum Mandalay Hill, und lernten so den oeffentlichen Nahverkehr in Burma kennen. Kurze Strecken werden ueberwiegend auf der umgebauten Ladeflaeche grosser Trucks zurueckgelegt. Sie fahren die grossen Strassen von Mandalay auf und ab, und halten an jeder groesseren Kreuzung oder bei Bedarf an.
Fotoshooting
Wie sollte es auch anders sein, stand am Anfang der Zeremonie wieder das obligatorische Fotoshooting.
Begruessung der Eltern des Braeutigams
Im ersten Teil der Zeremonie begruessten wir meine Eltern mit einer Verbeugung. Anschliessend schenkten wir ihnen einen Drink ein. Was dann folgte, war sehr lustig: Meine Eltern mussten uns Kastanien und getrocknete Datteln zuwerfen, die wir gemeinsam mit Seyeongs Hanbok auffangen sollten. Dieses Ritual soll wohl Auskunft ueber die Fruchtbarkeit des Brautpaares geben bzw. ihnen diese wuenschen. Wie dem auch sei, einige Fruechte und Nuesse haben wir zum Glueck auffangen koennen. Abschliessend konnten meine Eltern noch einige persoenliche Worte an uns richten.
Begruessung der Eltern der Braut
Das Begruessungsritual wiederholte sich anschliessend mit Seyeongs Eltern und sie richteten ebenfalls einige nette Worte an uns.
Begruessung der Schwester des Braeutigams
Vermutlich nicht im offiziellen Protokoll vorgesehen, aber da meine Schwester mit ihrem Freund schon den weiten Weg nach Korea auf sich genommen hatten, begruessten wir die beiden ebenfalls im Rahmen der traditionellen Zeremonie
Anstoss Braut und Braeutigam
Nachdem wir bisher immer nur Drinks an andere verteilten, folgte nun ein Zeremonieteil, bei dem wir uns gegenseitig einen Drink einschenken und auf unsere Zukunft anstossen durften.
Dattel-Kuss
Etwas irritiert war ich von dem folgenden Ritual, da es ich nicht gleich verstand, was ich eigentlich machen sollte. Dabei sollte eine getrocknete Dattel per Kuss von Brsaut zu Braeutigam ueberreicht werden. Welche Bedeutung dies hat, kann ich nicht sagen.
Huckepack einmal um den Tisch...
Spaetestens bei der Huckepackrunde um den Tisch kamen mir erste Zweifel auf, ob es sich hierbei tatsaechlich um eine traditionelle Zeremonie handelt ... ;-)
Abschlussfotos
Selbstverstaendlich folgten auch am Ende der Zeremonie noch ein paar Bilder...
Geschenkuebergabe
... das offizielle Ende bestand schliesslich in der Verbeugung voreinander und der Ueberreichung eines Geschenkumschlags.
Snackbox
Die Snackbox, die waehrend der Zeremonie auf dem Tisch stand, haben wir spaeter mitgegeben bekommen. Sie enthielt verschiedene getrocknete Fruechte, Nuesse und suesse Snacks.
Waehrend Seyeong noch mit dem Fotoshooting beschaeftigt war, stellte ich mich an den Empfang und begruesste gemeinsam mit den Elternpaaren die eintreffenden Gaeste. Der Beginn der Zeremonie war fuer 13 Uhr angesetzt, was fuer die Gaeste bedeutete, dass das Buffet bereits ab 12.00 Uhr (und bis 15.00 Uhr) eroeffnet ist. Da zu koreanischen Hochzeiten vor allem auch Freunde und Bekannte der Eltern kommen, die das Brautpaar gar nicht kennen, wundert es wenig, dass zahlreiche Gratulanten nach dem Empfang direkt zum Buffet aufbrachen und der Zeremonie gar nicht erst beiwohnten. So waren wir spaeter auch ein wenig ueber die Abrechnung ueberrascht, als dort knapp 230 Essen ausgezeichnet waren, wir selbst aber nur knapp 50 Personen eingeladen hatten.
Einzug der Muetter
Um Punkt 13 Uhr begann schliesslich die Zeremonie mit dem Einzug der Muetter. Die Muetter hatten dabei die Aufgabe, auf der jeweiligen Familienseite die Kerzen zu entzuenden und anschliessend sich und die Gaeste zu begruessen. Gewoehnlicherweise sitzten die Gaeste der beiden Familien getrennt voneinander und ebenso wird auch am Empfang das Geld (in Korea schenkt man eigentlich nur Geld, und zwar in der Regel eine ungerade Summe) getrennt durch die jeweiligen Repraesentanten der Familen entgegen genommen. In unserem Fall waren die Plaetze aber gemischt besetzt, da meine Familie verstaendlicherweise nur wenige Gaeste hatte.
Einzug des Braeutigams
Die Muetter waren mit ihrem Teil der Zeremonie schneller fertig, als ich gucken konnte. Und schon war ich an der Reihe und musste bei Musik den Gang entlang bis zum Pastor marschieren. Etwas mulmig war mir schon, da wir die Zeremonie nie geprobt hatten. Vorne angekommen, begruesste ich mit einer Verbeugung den Pastor und die Gaeste.
Einzug des Brautvaters mit der Braut
Anschliessend wurde ganz traditionell die Braut von ihrem Vater an der Hand nach vorne gefuehrt und an mich als Braeutigam nach einer kurzen Begruessung uebergeben. Da Seyeongs Kleid ziemlich lang war, musste sie leider die meisste Zeit auf den Boden und ihre Fuesse schauen, um nicht zu stolpern.
Predigt und Trauung
Was folgte, ist mit einer kirchlichen Hochzeitsfeier bei uns in Deutschland zu vergleichen. Der Pastor eroeffnete die Zeremonie, hielt eine Predigt, betete, und es wurde gemeinsam gesungen. Lediglich die Bibelstellen haette man in Deutschland vermutlich anders gewaehlt und der Zeitplan waere nicht so eng bemessen. Der Empfang der naechsten Braut war naemlich bereits voll im Gange.Die ganze Zeit ueber standen wir mit dem Ruecken zur Menge und folgten den Worten des Pastors. Schliesslich kam das gegenseitige Eheversprechen, welches auch ich auf koreanisch aufsagte. Mit ein wenig Uebung und einem Sprickzettel ging das aber trotz Aufregung ohne grosse Versprecher ueber die Buehne. Befremdlich fand ich neben den Bibelstellen vor allem auch den abschliessenden Schwur auf die Bibel.
Liedvortrag
Was folgte war eine gelungene Ueberraschung: Seyeongs Mutter hatte eine professionelle Saengerin aus ihrem Kirchenchor dazu verpflichtet, eine Ballade fuer uns vorzutragen. Und die Frau hatte eine Wahnsinnsstimme! Absolut genial.
Danksagung der Vaeter
Nachdem die Muetter fuer die Eroeffnung der Zeremonie zustaendig waren, lag die Danksagung an die Gaeste bei den Vaetern. Beide richteten ein paar kurze Worte an das Publikum. Eine sehr liebe koreanische Freundin von mir, die als Germanistikprofessorin an einer koreanischen Universitaet taetig ist, stand meinen Eltern waehrend der gesamten Feier zur Seite und uebersetzte die Worte meines Vaters.
Segen
Es folgte der christliche Segen durch den Pastor.
Tortenanschnitt
Die Hochzeitstorte war nicht zum Verzehr gedacht, zumindest nicht waehrend der Feier. Der Anschnitt mit dem ueberdimensionierten Messer und das Anstossen mit Fruchtsaft war rein als Showeinlage fuer die Gaeste gedacht. Man hatte uns die Torte zwar zum Abschluss mitgegeben, aber sie war ungeniessbar. Wir sind froh, dass wir fuer diese Aktion nicht die angesetzten 250.000 Won bezahlen mussten. Dies verdanken wir dem Umstand, dass der Wedding Hall im Vorfeld ein Fehler bei unserer Terminplanung unterlief.
Verabschiedung
Nach knapp einer Stunde war die Zeremonie vorueber und wir bedankten uns bei unseren Eltern und Schwiegereltern mit Verbeugungen und Umarmungen. Gemeinsam wurde sich dann auch noch einmal vor den Gaesten verbeugt.
Auszug der Braut und des Braeutigams
Es folgte der Auszug des Brautpaares - wir hatten es geschafft!
Die Planung einer Hochzeitsfeier ist in Korea eigentlich gar nicht so aufwendig - wenn ich mal an den Stress denke, den einige Freunde hier in Deutschland hatten. Nachdem wir bereits vor einigen Monaten den Termin auf den 28. August festgelegt hatten, stand an erster Stelle die Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort. Hier bieten sich in Korea grundsaetzlich zwei verschiedene Locations an, naemlich eine Kirche oder eine Wedding Hall. Eine Wedding Hall ist ein auf Hochzeiten spezialisiertes Veranstaltungszentrum, das fuer Feiern meist komplette All-Inclusive-Packages anbietet. Feiern in Kirchen sind dagegen nur ueblich, wenn einer der Partner oder die Eltern aktive Mitglieder in einer Gemeinde sind und fordern etwas mehr Organisationsaufwand.
Zuerst wollten wir im Korea House in Jongno feiern, einer Wedding Hall, die auf Hochzeiten im traditionellen koreanischen Stil spezialisiert ist. Davon waren allerdings Seyeongs Eltern nicht so begeistert, da sie sich eine christliche Feier wuenschten. Zudem ist das Korea House vergleichsweise teuer. Daher planten wir zunaechst eine Feier in Seyeongs Kirche, haben diese Idee aber schnell wieder verworfen, da es Seyeong von der Organisation her zu aufwendig erschien. Schliesslich musste sie sich um das meiste alleine kuemmern, da ich in Deutschland war. Einen guten Mittelweg, mit dem im Endeffekt alle zufrienden waren, fanden wir schliesslich mit der Yeoido Teachers Union Wedding Hall. Dieses Veranstaltungszentrum im Herzen von Seoul bietet speziell Lehrern bzw. Beamten (Seyeong ist Grundschuhllehrerin) guenstige All-Inclusive-Konditionen und sowohl die Moeglichkeit einer christlichen als auch traditionellen koreanischen Zeremonie.
Das Komplettpaket der Wedding Hall enthielt so ziemlich alles, was fuer eine Hochzeitsfeier notwendig ist: Vom Leih-Brautkleid und -Smoking ueber Friseurtermin, Blumenschmuck, Brautstrauss und Hochzeitstorte bis hin zum Foto- und Videografen sowie dem Buffet fuer die Gaeste. Anders ausgedrueckt: Nachdem wir die Wedding Hall gebucht hatten, mussten wir nur noch fuer einen Moderator, musikalische Unterstuetzung, Einladungskarten und einen Hanbok (traditonelle koreanische Kleidung) fuer den traditionellen Teil der Zeremonie sorgen. Fuer die Leitung der Zeremonie konnten wir den Pastor von Seyeongs Kirchengemeinde gewinnen, fuer die Musik Mitglieder des Kirchenchors. All dies konnten wir bzw. Seyeong gluecklicherweise schon vor meiner Ankunft in Korea organisieren, und auch den Papierkram konnten wir groesstenteils schon gut im Vorfeld abwickeln.
Am Montag 16. August, dem Tag nach meiner Ankunft in Korea, haben wir schliesslich den ganzen Papierkram abgeschlossen. Das war eine Renne- und Warterei. Zuerst ging es zur Botschaft, dann zum Stadtviertelbuero, und schliesslich zum Auswaertigen Amt. Das Standtviertelbuero uebernimmt dabei die Rolle vom Standesamt, d.h. offiziell sind wir bereits seit diesem Tag verheiratet. Aber das ist in Korea reine Formsache. In einem Grossraumbuero wird nur schnell ein Formular ausgefuellt, alles andere abgestempelt, und die Sache ist erledigt. Keine Zeremonie, keine Glueckwuensche. Dafuer immerhin sehr preiswert, wie alle Behoerdenangelegenheiten in Korea.
Am Abend ging es dann noch zu den vielen Schmuckgeschaeften in Jongno - schliesslich mussten wir noch Ringe und Brautschmuck aussuchen und die sollten auch bis zur Feier fertig werden. Waehrend sich Seyeong ein schoen verziertes Schmetterlings-Set mit Kette, Ring und Ohrringen aussuchte, konnte ich meinen Geschmack bei den Ringen durchsetzten - relativ einfache, wenig verzierte, aber dennoch schoene Goldringe.
Am naechsten Tag, am Dienstag, ging das Programm voll weiter. Zuerst ging zuerst es nach Seoul, um bei dem Dienstleister der Wedding Hall fuer mich ein Frack auszusuchen. Das hat nicht lange gedauert, udn die Wahl fiel auf ein etwas dunkleres Exemplar mit einigen helleren Elementen bzw. Streifen. Anschliessend waren wir noch bei einem Geschaeft fuer die traditionelle Kleidung Handbok, um dort etwas fuer mich auszusuchen. Seyeong hatte sich bereits im Vorfeld einen Hanbok gekauft. Zu diesem Geschaeft sollte es am darauf folgenden Sonntag nochmals mit meiner Mutter gehen, da auch sie einen Hanbok auf der Feier tragen sollte.
Am Mittwoch stand Seyeongs Friseurbesuch an. Allerdings wurde dort nicht probefrisiert, sondern nur eine Typenberatung durchgefuehrt. Ob sich dafuer die vergleichsweise lange Anreise gelohnt hat, wage ich zu bezweifeln. Immerhin gab es im Anschluss noch eine Gesichtsmassage- All-Inclusive, versteht sich. Abschliessend ging es zur Wedding Hall, um Seyeongs Maße fuer das von ihr bereits im Vorfeld ausgesuchte Kleid abnehmen zu lassen. Und, fast habe ichs vergessen, am Abend haben wir noch eine Location fuer unsere kleine Party am Freitag ausgesucht.
Am Donnerstag stand Shopping auf dem Programm: Zum einen haben wir im koreanischen Supermarkt eine Grundausstattung koreanischer Lebensmittel fuer Deutschland besorgt, zum anderen ging es in den Luxus-Tempel von Lotte. Schliesslich gab es zur Hochzeit eine Gold-Mitgliedschaft von Lotte Duty Free geschenkt. Und so deckten wir uns auch noch ein wenig mit Ginseng und anderen Luxusguetern ein.
Am Abend brauchte ich noch einige Zeit, um das Hochzeitsprogramm ins Deutsche zu uebersetzen. Die Bibelsprueche haben mich schon etwas schockiert, aber der Pastor nimmt diese bei jeder Hochzeitsfeier und da will man dann auch nicht reinreden... In Deutschland gibts dann spaeter hoffentlich schoenere Bibelstellen.
Am Freitag vormittag war ich dann mit meiner lieben Freundin Jingeum verabredet, um die Details der Hochzeitsfeier zu klaeren. Sie ist ein sehr lieber Mensch und hat sich als Germanistik-Professorin mit ihren guten Deutschkenntnissen dazu bereit erklaert, meine Eltern waehrend der Hochzeitsfeier zu begleiten. Das stellte sich auch als sehr gute Entscheidung heraus und meine Eltern konnten dank Jingeum die Feier gut verfolgen und geniessen.
Am Freitag Abend fand schliesslich noch eine kleine Party im Garten Bier in Hongdae mit guten Freunden statt, quasi als Vorfreudeparty und aus dem Grund, dass auf der Feier knapp eine Woche spaeter selbst nur wenig Zeit fuer Unterhaltungen sein wuerde. Es war ein sehr netter Abend, dass muss man schon sagen.
Am Samstag Nachmittag trafen schliesslich meine Eltern in Korea ein, und so durften Sie unser Lieblings-Samgyeopsal-Restaurant in Bupyeong kennenlernen. Am Sonntag folgte schliesslich der letzte Planungsakt, naemlich die Hanbokauswahl meiner Mutter. Anschliessend machten meine Eltern und ich uns nach einem gelungenen Mittagessen mit Samgyetang, Bibimbab und Bulgogi fuer ein paar Tage auf den Weg nach Gyeongju. Doch dazu spaeter mehr.
Nach der Rueckkehr aus Gyeongju am folgenden Mittwoch fand das erste Treffen der Eltern statt. Das war schon spannend, aber verlief trotz der Sprachbarriere wirklich gut. Normalerweise geht man zu einem solchen Anlass wohl in einer traditionelles Hanjeongsik-Restaurant, aber dieses Essen (Reis mit extrem vielen Beilagen) erscheint mir fuer meine Eltern zu kompliziert, und so luden uns Seyeongs Eltern in ein Meeresfrueche-Shabu-Shabu-Restaurant ein. Da war fuer jeden etwas dabei, und Gabeln gab es auch - im uebrigen ein echtes Problem fuer meine Eltern in so manch anderem Restaurant.
In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag trafen dann auch meine Schwester und ihr Freund in Korea ein, so dass am Donnerstag und Freitag Sightseeing in Seoul auf dem Programm stand - auch hierzu spaeter mehr. Am Donnerstag Abend gab es schliesslich noch eine Abschiedsfeier mit Seyeongs Kollegen und Kolleginnen in Incheon. Fazit daraus: Koreanische Grundschullehrer(innen) sind gute Trinker ;-)
Am Samstag fand schliesslich die Hochzeitsfeier statt, aber hierzu werde ich noch einen separaten Bericht verfassen. Die Hochzeitsnacht war jedenfalls ziemlich umromantisch, was daran lag, dass wir Seyeongs Wohnung komplett ausraeumen mussten, da wir ja bereits am Abend des drauffolgenden Tages nach Deutschland fliegen sollten.
Vor dem Abflug nach Deutschland verbrachten wir noch etwas mit Seyeongs Eltern, zunaechst zu Hause, und anschliessend lud uns ihr Vater in ein sehr gutes Rindfleisch-Restaurant ein (Han-u, koreanische Kuh). Das war extrem lecker. Obwohl schon bei Essen die ersten Traenen flossen, war der Abschied von den Eltern am Abend vergleichsweise kurz und schmerzlos.
Es folgt ein kurzer Ueberblick der benoetigten Dokumente, wo man sie erhaelt und was mit ihnen zu tun ist. Dazu Vorlagen fuer die erforderlichen Uebersetzungen. Diese kann man naemlich getrost selbst vornehmen, ohne einen kostspieligen Uebersetzer. Die Deutsche Botschaft uebernimmt auch dann die Beglaubigung.
In Korea:
1. Die koreanische Verlobte muss die folgenden drei Familienurkunden einholen: 가족관계증명서 (Urkunde über die familiäre Verwandtschaft), 기본증명서 (Grunddatenurkunde) und 혼인관계증명서 (Urkunde über die eheliche Verwandtschaft). Diese Urkunden stellt jedes beliebige Registeramt in Korea (d.h. z.B. jedes Gu-Office in Seoul) gegen Vorlage der koreanischen ID-Card und eine geringe Gebuehr aus. Der Wohnort bzw. Geburtsort ist fuer die Wahl des Gu-Office unerheblich. Die Urkunden werden sofort ausgestellt.
2. Die drei koreanischen Familienurkunden muessen nun mit einer sogenannten Apostille versehen werden. Dabei handelt es sich um ein international anerkanntes Siegel fuer oeffentliche Urkunden und Dokumente, mit dem die Echtheit solcher Unterlagen bestaetigt wird. Dieses Siegel kann bei dem Ministry of Foreign Affairs and Trade in Jongno, Seoul (Wegbeschreibung) beantragt werden. Die Ausstellung dauert ca. eine Stunde.
3. Die drei koreanischen Familienurkunden muessen anschliessend ins Deutsche uebersetzt werden. Dies koennen die Verlobten getrost selbst vornehmen, da es sich um standardisierte, sehr einfache Urkunden mit wenig Text handelt. Daher kann ich auch drei entsprechende Uebersetzungsvorlagen zur Verfuegung stellen, die wir ebenfalls von einem Freund erhalten und verwendet haben: Urkunde über die familiäre Verwandtschaft, Grunddatenurkunde und Urkunde über die eheliche Verwandtschaft. (Mindestens die rot markierten Stellen muessen angepasst werden. Die Uebersetzungen stellen den Fall dar, dass der koreanische Partner zuvor noch nicht verheiratet war.)
4. Die angefertigten Uebersetzungen muessen nun zusammen mit den original koreanischen Urkunden bei der Deutschen Botschaft in Seoul zur Beglaubigung eingereicht werden. Die Bearbeitung dauert ca. 2 Werktage und kostet je Urkunde umgerechnet 10 Euro.
In Deutschland:
5. Der deutsche Verlobte muss nun unter Vorlage der drei mit Apostille versehenen koreanischen Urkunden und ihren beglaubigten Uebersetzungen am Standesamt seines Wohnsitzes in Deutschland ein sogenanntes Ehefaehigkeitszeugnis beantragen. Die Ausstellung dauert je nach Standesamt einige Tage und kostete in unserem Fall knapp 40 Euro. Laut Botschaft sollte man unbedingt darauf achten, dass die koreanischen Urkunden vom deutschen Standesamt zurueckgegeben werden, da sie spaeter bei der Botschaft (Schritt 6) erneut vorgelegt werden muessen.
Wieder in Korea:
6. Die beiden Verlobten muessen gemeinsam bei der Deutschen Botschaft in Seoul vorsprechen. Benoetigte Dokumente sind das deutsche Ehefaehigkeitszeugnis, die drei koreanischen Familienurkunden, die beiden Paesse, ein wenig Geduld und knapp 20 Euro. Zusaetzlich muss ein Fragebogen der Botschaft vor Ort ausgefuellt werden. Zu diesem Zeitpunkt muss man sich auch auf ein koreanisches Standesamt (Gu-Office) festlegen, an dem die Eheschliessung stattfinden soll. Die Botschaft stellt darauf hin zwei Dokumente in jeweils dreifacher Ausfuehrung auf: Die Declaration of Eligibility for Marriage und den Report and Certificate of Marriage. Letzteres Dokument ist der Vordruck der Eheurkunde, welches von dem koreanischen Standesamt abgestempelt wird.
7. Das Dokument "Report and Certificate of Marriage" muss nun ins koreanische uebersetzt werden. Auch diese Uebersetzung koennen die Verlobten selbst vornehmen. Eine Beglaubigung wird nicht benoetigt - zumindest war dies in unserem Fall beim Standesamt Yongsan Gu-Office so. Die Uebersetzung dient nur als Hilfe fuer die Beamten im Standesamt. Eine Vorlage: Koreanische Eheurkunde.
8. Jetzt kann das bereits bei der Botschaft festgelegte koreanische Standesamt fuer die Eheschliessung aufgesucht werden. Hier muss noch ein koreanischer Vordruck ausgefuellt werden und zusammen mit den beiden Dokumenten der dt. Botschaft, der angefertigten Uebersetzung, und den Paessen eingereicht werden. Sowohl auf dem Vordruck vom Standesamt als auch auf dem Report and Certificate of Marrage muessen zwei Zeugen angegeben werden und unterschreiben. Die Zeugen muessen jedoch nicht persoenlich auf dem Standesamt erscheinen. Gegen eine geringe Gebuehr werden nun die Vordrucke der Eheurkunde abgestempelt. Laut Botschaft soll man unbedingt darauf achten, dass auch das Datum der Eheschliessung gestempelt wird. Ein reiner Verwaltungsakt ohne zeremoniellen Character wie in Deutschland. Auch Glueckwuensche gab es von der Beamtin nicht.
9. Die Eheurkunde (Report and Certificate of Marriage) muss nun noch mit einer Apostille versehen werden, damit sie auch von den deutschen Behoerden anerkannt wird. Siehe Punkt 2.
(Stand: August 2010. Alle Angaben ohne Gewaehr. Aktuelle Informationen gibt es von der Deutschen Botschaft in Seoul)
Um 8:15 heben wir in Nyaung U mit airBagan in Richtung Mandalay ab. Der Flughafen in Mandalay liegt leider weit ausserhalb der Stadt, und wir kommen um eine 18$ Taxifahrt nicht herum. Die Preise sind durch die lokalen Unternehmen unverhandelbar festgelegt. Auch das Guesthouse bot uns diesmal keinen kostenlosen Abholservice.
Am zweiten Tag in Bagan liehen wir uns Fahrraeder aus und begannen unsere Tour an der Shwezigon Paya. Dies ist der groesste Tempel im Ort Nyaung U und wartet mit einer riesigen goldenen Stupa auf.
Der Grundpreis fuer diese Karte inkl. Druck liegt z.B. bei 1.200 Won (nicht mal 1 EUR), und es gibt kraeftige Mengenrabatte. Da kann man echt nichts sagen. Und die Portokosten in Korea gehen auch gegen Null.
Auf einer koreanischen Einladungskarte findet man eigentlich fast immer die gleichen Informationen: Eine genaue Beschreibung der Location inklusive Umgebungskarte, die Namen der Braut, des Braeutigams und der jeweiligen Eltern sowie einen kurzen Text. Hier wird vermutlich auch meistens auf allgemeine Floskeln zurueck gegriffen, und der Kartenshop praesentiert auch eine grosse Auswahl an Texten. Welchen Text wir nehmen werden, steht noch nicht fest, aber von Seyeongs Mutter kam folgender Vorschlag:
하나님의 사랑으로 만난 두사람이
이제 새로운 가정을 이루는 약속을 하려합니다
참석하시어 많은 격려와 축복을 해 주시기 원합니다
Was - sofern mein Koreanisch nicht ganz eingerostet ist - frei uebersetzt in etwa folgendes heissen sollte:
Zwei Menschen, die sich mit Gottes Hilfe gefunden haben,
wollen sich das Versprechen geben, eine neue Familie zu gruenden.
Kommet zusammen, gratuliert zahlreich und gebt euren Segen.
Vor ziemlich genau 4 Jahren, im August 2006 habe ich auf dem Weg nach Korea zwecks Auslandsstudium an der Yonsei University einen Zwischenstopp in der Tuerkei eingelegt. Die zukuenftige Braut war zu diesem Zeitpunkt auf Europareise mit Endstation in Istanbul. Und wie es der Zufall so wollte, landeten wir in der gleichen Absteige, dem Orient Hostel in Istanbul. Istanbul, die Stadt auf zwei Kontinenten. Die Stadt, die Europa und Asien verbindet. Na wenn das mal kein Zeichen war?
Hostels sind bekanntlich sehr tolle Orte um Leute kennenzulernen, insbesondere wenn man alleine unterwegs ist. Man findet immer jemanden, um gemeinsam zu Essen, Sehenswuerdigkeiten zu besichtigen und ... manchmal auch zum verlieben :) Jedenfalls lernten wir uns an meinem zweiten Abend in Istanbul kennen und probierten mit einigen anderen Gaesten die tuerkische Spezialitaet "Raki" aus. Und da es so lustig war, stand am naechsten Tag gemeinsames Sightseeing in Istanbul auf dem Programm. Und da wir beide auf dem Weg nach Seoul waren, gab sie mir ihre Telefonnummer.
Meine erste Woche in Seoul war ziemlich stressig. Aber irgendwas bewog mich nach einigen Tagen, mich bei Seyeong zu melden. Und so begann unsere Freundschaft. Das eine Jahr ging schnell vorbei. Aber ich kam wieder. Und wieder. Und irgendwann kam auch sie nach Deutschland. Und wieder. Und gemeinsam ging es nach Suedostasien. Und wieder... aber das habt ihr hier ja auch schon alles im Blog gelesen, oder?
Um endlich auf Dauer zusammen zu sein, habe ich mich im letzten Jahr nach dem Studium um einen Job in Korea bemueht, was aber nicht so recht geklappt hat. Und so flog ich mit den ersten Interviewterminen im Oktober zurueck nach Deutschland und bin seit Dezember bei einem renommierten Unternehmen in Frankfurt bzw. aktuell in Nuernberg taetig. Aber ein fester Arbeitsplatz bedeutet natuerlich auch, dass man nicht mal eben wieder fuer ein paar Monate zwischendurch nach Korea kann. Und so entschieden wir uns fuer diesen grossen Schritt.
Natuerlich musste diese Entscheidung erst nach meiner Rueckkehr fallen, und so ging es - Betriebsferien sei dank - ueber Weihnachten wieder nach Korea, um die zukuenftigen Schwiegereltern kennenzulernen. Wie es sich fuer Korea gehoert, wussten diese natuerlich nichts von ihrem Glueck und dem Freund ihrer Tochter. Aber sie haben die Nachricht relativ gut aufgenommen, vor allem der Vater war mir gegenueber aufgeschlossen. Es galt also, die Mutter zu ueberzeugen.
Zum ersten Treffen lud ich ihre Eltern in ein teures, traditionelles koreanisches Restaurant in Seoul ein. Selbstverstaendlich im Anzug. Dazu kleine Geschenke aus Deutschland, um das Eis zu brechen. Der Vater spricht zwar recht gut Englisch, bestand aber auf Koreanisch, damit auch die Mutter dem Gespraechsverlauf folgen konnte. Der Sprachkurs an der Yonsei zahlte sich aus!
Auch wenn uns Deutschen immer so viel Direktheit vorgeworfen wird - die Koreaner sind nicht besser. Zunaechst wurden die harten Fakten geklaert. Fragen nach Alter, Beruf, Einkommen, Wohnverhaeltnissen, Religonszugehoerigkeit, regelmaessige Gottesdienstbesuche der Eltern, Geschwister und meiner Wenigkeit waren Programm. Dennoch kamen aber auch Hobbys, die gemeinsamen Zukunftsplaene, potentielle Hochzeitstermine und wie wir uns kennen und lieben gelernt haben, an dem Abend nicht zu kurz. Irgendwie kann ich die Eltern auch verstehen, schliesslich kannten sie mich nicht und wir hatten nur eine gemeinsame Woche vor uns.
Am naechsten Tag stand dann der Besuch im Elternhaus an, wo auch der Bruder und die Grossmutter noch ueberzeugt werden wollten. Hier war der Widerstand geringer als erwartet. In den folgenden Tagen ging es dann wandern, und auch die Mutter wurde etwas gespraechiger. Heilig Abend wird zwar in Korea nicht gefeiert, aber ich nutze die Gelegenheit den klassischen "Deutschen Kartoffelsalat mit Wuerstchen" vorzustellen. Die leckeren Wuerstchen vom Oesterreicher in Itaewon kamen ganz gut an.
Die Woche verging wie im Flug, und schon bald war ich wieder in Deutschland. Im Januar war Seyeong dann hier, und nach Ihrer Rueckkehr begannen dann die konkreten Planungen. Aber ueber die Formalien und den relativ geringen Organisationsaufwand einer koreanischen All-Inclusive-Hochzeit werde ich spaeter berichten...
Hochzeitstermin ist der 28. August 2010.
Alle drei Sendungen koennen (noch) ueber die ZDF Mediathek kostenlos abgerufen werden. Hier die Links:
Bin mal kurz... etwas laenger in Seoul - Teil 1: Von Gelehrten und Gefluegel
Bin mal kurz... etwas laenger in Seoul - Teil 2: Auf den Spuren des Kimchi
Bin mal kurz... etwas laenger in Seoul - Teil 3: Mit der U-Bahn zum Golfplatz
Mehr aus dieser Doku-Serie gibts hier: Bin mal kurz ...
In einigen wenigen Tagen kann (und will) man sich natuerlich nur einen Bruchteil dieser Tempel ansehen. Fuer die Vorauswahl ist z.B. der Lonely Planet Reisefuehrer hilfreich, da er neben guten Karten auch Hintergrundinformationen zu ausgewaehlten Tempeln bereithaelt. Ebenso kann man sich auf einen Kutschenfuehrer verlassen, der das Gebiet wie seine Westentasche kennt.
Wir haben unsere beiden Tage in Bagan wie folgt verbracht: Am ersten Tag ging es direkt nach de Check-In ins Hostel mit der Pferdekutsche auf Tempel-Tour. Extreme-Sightseeing vom feinsten, denn als wir Abends totmuede zurueck kamen, hatten wir so gut wie alle Tempel, die wir sehen wollten, abgehakt. Den zweiten Tag gingen wir etwas ruhiger an und unternahmen eine kleine Fahrradtour zur Bupaya in Old Bagan. Von dort aus ging es mit einem Boot entlang dem Ayeyarwady Fluss bis zur Kyauk Gu Ohnmin Tempelhoehle. Am Abend ging es schliesslich nochmals mit der Pferdekutsche puenktlich zum Sonnenuntergang zum Budeli-Tempel.
Folgende Tempel haben wir uns in Bagan angeschaut:
- Nyaung U Region
- Kyanzittha Umin
- Shwezigon Paya
- North Plain Region
- Tha Gyar Hit
- Htilominlo Pahto
- Upali Thein
- Khay Min Gha
- Ananda Pahto
- Buledi
- Old Bagan Region
- Tharabar Gate
- Thatbyinnyu Pahto
- Mahabodhi Paya
- Nathlaung Kyaung
- Pahtothamya
- Bupaya
- Myinkaba Region
- Manuha Paya
- Nan Paya
- Gubyaukgyi
- Central Plain Region
- Shwesandaw Paya
- Dhammayangyi Pahto
- Sulamani Pahto
- Pyathada Paya
- Thabeik Hmauk
Der Wecker klingelte um 4 Uhr, und kurz darauf ging es mit dem Taxi zum Flughafen von Yangon. Sowohl die Flucktickets nach Bagan, die Taxifahrt und unser naechstes Quartier inkl. Abholung vom Ankunftsflughafen hat das Guesthouse fuer uns organisiert - ein toller Service. Geflogen sind wir mit Yangon Airways.
Wikipedia sagt dazu uebrigens folgendes: Unreife Betelnüsse werden in Asien kleingehackt und gekaut. Üblicherweise werden diese dazu in mit gelöschtem Kalk bestrichene Blätter gerollt, welche nicht von der Betelpalme, sondern vom Betelpfeffer (Piper betle) stammen, was dann als Betelbissen bezeichnet wird. Wegen des bitteren Geschmacks werden häufig Gewürze wie Pfefferminze, Lakritze oder auch Kautabak hinzugegeben. Der gelöschte Kalk bewirkt, dass das in den Nüssen befindliche Arecolin in Arecaidin und Methanol hydrolysiert, greift aber auch das Zahnfleisch an. Sinn der Umwandlung des Alkaloids in die freie Base ist die leichtere Resorbierbarkeit. Die Wirkstoffe werden nach dem Kauen im Mund direkt resorbiert und passieren rasch die Blut-Hirn-Schranke, was gegen Ermüdung wirkt. Das Betelkauen wird seit Jahrhunderten praktiziert. Schätzungen zu Folge wird es zur Zeit in Ostafrika und Asien von mehr als 450 Millionen Menschen praktiziert. Durch die Alkalisierung bilden sich Phlobatannine, welche den Speichel rot färben. Daher fand dies in Asien auch zum Färben der Lippen Verwendung.
Den zweiten Sightseeing-Tag in Rangun begannen wir mit einem Spaziergang zur Botataung Paya am Yangon River. Die Tempelanlage verfuegt ueber eine der drei groessten Stupas der Stadt, ist aber nicht nur in dieser Hinsicht etwas Besonderes. Denn anders als die meisten Zedis kann man diese Stupa betreten und findet eine Art Spiegellabyrinth vor.
(** Wobei man ueber die Kaffee-Qualitaet von Starbucks und Konsorten natuerlich auch streiten kann. Als neuerdings stolzer Besitzer eines Delonghi ESAM 3000 Kaffeevollautomatens muss ich sagen: Es gibt echt krasse Unterschiede. Rueckblickend gleicht der Ausfluss meiner betagten Senseo eher einem guten Spuelmittel als Kaffee. Und auch der durch die Werbung so schoen emotional aufgeladene Dallmayer Caffee Creme in ganzen Bohnen schmeckt aus meinem KVM einfach nur zum k.... Wer Kaffee liebt, dem gebe ich hier mal einen guten Rat: Versucht mal kleine Privatroestereien, wie z.B. Kaffee Fausto in Muenchen oder Langen Kaffee. Ich wollte es anfangs ja auch nicht glauben, aber man schmeckt den Unterschied tatsaechlich! Und wo wir schon beim Thema sind: Auf der Arbeit haben wir uebrigens seit einer Woche Nespresso. Schmeckt auch nicht schlecht, aber ich glaube der KVM ist fuer mich die bessere Wahl, allein der Umwelt zu Liebe.. )
(** Stimmt nicht ganz, denn einen ziemlich interessanten Markt konnten wir knapp eine Woche spaeter am Inle Lake besuchen....)
Am Freitag begannen wir mit der Erkundung von Yangon. Dabei orientierten wir uns an der Walking Tour aus dem Lonely Planet und versuchten sowohl Eindruecke von der Stadt als auch den verschiedenen Sehenswuerdigkeiten zu erlangen. Auf dem Weg von der Unterkunft in Richtung Zentrum kamen wir zuerst am Sri Devi Tempel vorbei, einem von mehreren farbenfrohen Hindu-Tempeln der Stadt.
Am fruehen morgen brechen wir mit dem Taxi in Sanur auf - es geht zum Flughafen in Denpasar, von wo aus wir nach Singapur fliegen. Dort haben wir knapp 2 Stunden Zeit fuer den Transfer nach Yangon in Burma. In Yangon angekommen, warten schon die Mitarbeiter von Reisen-Myanmar.net auf uns, um den Papierkram zu erledigen. Da es mir nicht moeglich war, ein Visum fuer Myanmar in Seoul zu beschaffen, griffen wir auf diesen kompetenten Reiseveranstalter zurueck.
Die folgenden Fotos entstanden an den ersten Tagen in Yangon. Ich denke sie vermittlen einen guten Eindruck von dem, was uns in der groessten Stadt Burmas erwartet hat. Ich finde diese Schnappschuesse fast noch besser als meine Fotos der vielen Sehenswuerdigkeiten und goldenen Tempelanlagen, da sie die Stadt ungeschoent zeigen, so wie sie eben ist.
Am Vormittag fuhren wir mit dem Boot von Nusa Lembongan zurueck nach Sanur auf Bali. Dort genossen wir zunaechst ein leckeres Fruehstueck im Cafe Batujimbar in der Janaln Danau Tamblingan 75 A. Ich nenne die Anschrift hier, da dieses Cafe wirklich empfehlenswert ist. Die Milchshakes und auch der Bali Long Black Kaffee waren ausgesprochen lecker, so dass ich mich selbst jetzt noch gut daran erinnere. Anschliessend suchten wir ein Internetcafe auf, um die bisherigen Fotos zu sichern und Emails zu schreiben. Am Nachmittag stand dann ein letztes Mal Strandbesuch auf dem Programm und am Abend wurde die erste Etappe des Urlaubs bei leckerem Steak & Spare Ribs gefeiert. Ueberschattet wurde dieses Event leider durch einen Krankenhausbesuch in Denpasar am spaeten Abend. Nein, nicht das Essen war schlecht. Seyeong hatte seit mehreren Tagen Ausschlag - vermutlich eine Ueberreaktion auf einen Mueckenstich - und entschloss sich erst in letzter Minute fuer eine Untersuchung in Krankenhaus. Sie erhielt dann einige Medikamente und nach einigen Tagen klang der Ausschlag gluecklicherweise ab. Am naechsten Tag ging es schliesslich in aller frueh mit dem Taxi zum Flughafen und wir nahmen Abschied von Indonesien...
Auch an den verbleibenden beiden Tagen auf Nusa Lembongan mieteten wir uns wieder einen Roller um zwischen den verschiedenen Straenden pendeln zu koennen. Denn oeffentliche Verkehrsmittel gibt es auf der Insel nicht (bzw. so gut wie keine). Da die Strassen nur sehr wenig befahren sind, ist immerhin die Unfallgefahr gering.
Sonntag, 26.7.2009
Der belgische Kuenstler Adrien Jean Le Mayeur de Merpes kam 1932 nach Bali und heiratete einige Jahre spaeter eine Legong-Taenzerin. Das Haus in dem sie lebten ist heute ein Museum und zeigt einige seiner Werke sowie Fotografien seiner Frau. Es befindet sich direkt am Strand von Sanur, und so suchten wir es am Vormittag auf, da noch etwas Zeit bis zu unser Ueberfahrt auf die Insel Nusa Lembongan blieb.
Samstag, 25.7.2009
Nach den vielen Tempeln stand ein ruhiger Tag am Strand an - und Sanur ist dazu genau der richtige Ort! Der Strand ist fuer uns als Schwimmer und Nicht-Surfer deutlich attraktiver als Kuta, und auch das ruhigere Publikum sagte mir zu. Boese Zungen behaupten zwar, Sanur sei nur was fuer Rentner. Aber dann koennte man Kuta auch als Aussie-Surfer-Hoelle bezeichnen... Jedenfalls ein ganz toller Strand, wenn auch kein Traumstrand. Aber dass Bali nicht unbedingt eine Badeinsel ist, sagte ich ja bereits...
Fuer diesen Tag hatten wir eine Bustour ueber das Ubud Tourist Office gebucht. Wir entschieden uns hierfuer, da die oeffentlichen Verkehrsmittel auf Bali begrenzt sind, und wir so in kurzer Zeit noch einige ueber die Insel verteilte Highlights sehen konnten. Als erstes ging es zur Goha Gaja Elefantenhoehle in Bedulu. Diese hatte ich bewusst bei meiner Fahrradtour nach Bedulu am Vortag ausgelassen.
Am Vormittag stand ein Ausflug zum Sacred Monkey Forest Sanctuary (Mandala Wisata Wanara Wana) auf dem Programm. Dieser kuehle Urwaldpark in Ubud beherbergt nicht nur drei Tempel, sondern auch zahlreiche Affen. Der Tempel des Todes (Pura Dalem Agung) befindet sich hier und koennte laut Lonely Planet eine Kulisse aus Indiana Jones sein - an den coolen Ta Prohm Tempel in Angkor kommt er aber dennoch nicht heran...
Ein nicht ganz unerhebliches Problem stellt fuer Touristen die mangelhafte Vefuegbarkeit oeffentlicher Verkehrsmittel auf Bali dar. Aus diesem Grund empfehlen die meisten Reisefuehrer auch das Mieten eines Autos oder Motorrads, was ich persoenlich im Ausland nur ungern tue. Zum Glueck wurden wir auf den Touristen-Bus-Service von Perama Tour & Travel Company aufmerksam: Dieses Unternehmen bietet speziell fuer Touristen Busverbindungen zwischen den wichtigsten Orten der Insel, und so legten wir die meisten Strecken mit diesem Unternehmen zurueck. Am Mittwoch ging es so auch gleich von Kuta nach Ubud ins Landesinnere. Die Fotos zeigen das Perama Office in Kuta.
Am Vormittag ging es mit dem Taxi zum Ulu Watu Tempel, der auf einem Kliff an der Kueste Balis errichtet wurde. So beeindruckend das auch klingen mag - vom Hocker gerissen hat mich dieser Tempel nicht. Dies mag aber auch daran liegen, dass wir bereits im Vorjahr zahlreiche Tempel gesehen haben (Dennoch wurde das Tempel-Sightseeing auch in diesem Urlaub gnadenlos fortgesetzt). Lustig waren immerhin die vielen Affen, die sich hier zu Hause fuehlen.
Am naechsten Morgen machten wir uns zunaechst auf die Suche nach einer neuen Unterkunft in Kuta, und landeten so im Suka Beach Inn. Das Zimmer war besser, wenn auch nicht traumhaft. Dafuer stimmte aber immerhin der Preis: Mit 110.000 Rp./Nacht nicht einmal halb so teuer wie die Sari Bali Cottages.
Ankunft in Denpasar kurz vor Mitternacht. Am Flughafen war wenig los - abgesehen von den vielen Taxifahrern und solchen, die vorgaben es zu sein. Irgendwie trafen wir dann aber doch sicher in Kuta ein. Kuta, das ist so eine Art Kao San Road, nur eben auf Bali. Ein hektischer Ort voll von mehr oder weniger billigen Unterkuenften, Kneipen und den dazugehoerigen Backpackern und Surfern. Vor allem aber Surfern. Denn der Strand in Kuta ist dafuer gut geeignet. Jedenfalls war es gar nicht so einfach, um diese Uhrzeit noch eine Unterkunft zu finden. Eine Reservierung hatten wir leider nicht. Mehr dazu aber spaeter. Zunaechst einige Eindruecke aus Kuta - die Fotos entstanden an den folgenden beiden Tagen.
Die Reise konnte beginnen - wieder ausgehend von Seoul, wieder mit Evergreen Airlines ueber Taipei, wieder nach Suedostasien. Unser Ziel war zunaechst Singapur, aber auch dort verweilten wir nicht sehr lange, da wir einen Weiterflug mit Air Asia nach Denpasar auf Bali in Indonesien fuer den gleichen Tag gebucht hatten. Zum Glueck hatten wir keine Verspaetung, so dass die Anreise nach Bali zwar lang und stressig war, aber reibungslos geklappt hat.
Im Gegensatz zur ersten Reise durch Suedostsien im Fruehling 2008 - damals ging es durch Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha und Malaysia - legten wir diesmal Schwerpunkte auf zwei Regionen: Bali in Indonesien und das Land Myanmar (Burma) . Hinzu kamen zwei Abstecher nach Singapur und Taiwan.
Die folgenden Berichte werden hoffentlich zeigen, dass alle Laender einiges zu bieten haben und ihren eigenen Charme besitzen. Am spannensten fand ich jedoch den Aufenthalt in Burma und am langweiligsten die 2 Tage im modernen Singapur. Ueberrascht hat mich Taiwan, der Aufenthalt hat mir ausgesprochen gut gefallen und das Land wuerde ich gerne nochmals laenger bereisen. Bali hat kulturell viel zu bieten - wer allerdings wie wir einen Badeurlaub plant, ist hier leider an der falschen Adresse. Die Wellen sind einfach zu hoch, da haetten wir uns im Vorfeld besser informieren muessen. Alles in allem jedoch eine sehr gelungene Reise und gute Balance aus traditionellen und modernen Orten.
| Indonesien | |
| 19.07.2009 | Ankunft in Denpasar |
| 20.07.2009 | Kuta Beach, Bali |
| 21.07.2009 | Ulu Watu Tempel & Jimbalan Beach, Bali |
| 22.07.2009 | Sightseeing in Ubud, Bali |
| 23.07.2009 | Fahrradtour, Ubud und Umgebung, Bali |
| 24.07.2009 | Sightseeing-Bustour auf Bali |
| 25.07.2009 | Sanur Beach, Bali |
| 26.07.2009 | Faehre nach Nusa Lembongan |
| 27.07.2009 | Mushroom Beach, Nusa Lembongan |
| 28.07.2009 | Dreamland Beach, Nusa Lembongan |
| 29.07.2009 | Faehre nach Sanur, Bali |
| 30.07.2009 | Flug nach Singapur, Weiterflug nach Yangon |
| Myanmar (Burma) | |
| 31.07.2009 | Sightseeing in Yangon |
| 01.08.2009 | Sightseeing in Yangon |
| 02.08.2009 | Flug nach Bagan, Sightseeing in Bagan |
| 02.08.2009 | Sightseeing in Bagan |
| 03.08.2009 | Bootstour, Bagan |
| 04.08.2009 | Flug nach Mandalay, Sightseeing in Mandalay, Moustache Brothers Show |
| 05.08.2009 | Sightseeing in Mandalay, Mandalay Marionettes Show |
| 06.08.2009 | Alte Koenigsstaedte um Mandalay: Sagaing, Inwa, Amarapura |
| 07.08.2009 | Taxifahrt zum Inle Lake |
| 08.08.2009 | Bootsfahrt auf dem Inle Lake, Abendessen bei einem Einheimischen |
| 09.08.2009 | Trekkingtour am Inle Lake |
| 10.08.2009 | Flug nach Yangon, Weiterflug nach Singapur |
| Singapur | |
| 11.08.2009 | Colonial District, Bootsfahrt, Orchard Road | 12.08.2009 | Chinatown, Little India, Orchard Road, Zoo & Nachtsafari |
| 13.08.2009 | Flug nach Taipei, Taiwan |
| Taiwan | |
| 14.08.2009 | Ausflug nach Danshui |
| 15.08.2009 | Sightseeing in Taipei | 16.08.2009 | Sightseeing in Taipei | 17.08.2009 | Ausflug nach Beitou | 18.08.2009 | Rueckflug nach Seoul |
Da ich ja nun in Nuernberg gelandet bin, konnte ich leider noch nicht so viele der Gutscheine einloesen. Als Seyeong im Januar zu Besuch war, haben wir aber immerhin drei Restaurants ausprobiert, und den Anfang machte das Restaurant y Bar Cafe Bahia in Frankfurt. Fuer dieses Restaurant waren sogar gleich zwei Gutscheine in dem Heftchen, naemlich einer fuer die Hauptgerichte und einer fuer 2 Cocktails nach dem gleichen Sparprinzip. Sowohl Cocktails als auch Essen haben uns gut geschmeckt. Leider war das Restaurant ziemlich leer, aber das mag auch daran gelegen haben, dass wir an einem fruehen Werktagsabend zu Gast waren.