Den Sonntag widmeten wir ganz dem Sightseeing in Luang Prabang und Umgebung. Dazu machten wir uns zunaechst zu einem Elefantencamp auf, da Seyeong unbedingt einmal von den gewaltigen Tieren getragen werden wollte. Die Tour buchten wir bereits am Vortag ueber ein Reisebuero in der Stadt, und wurden mit dem Pickup direkt von unserem Hostel aus abgeholt. Aber auch ich fand es ziemlich beeindruckend, wie standfest diese Tiere doch sind: Ueber Stock und Stein, durchs Wasser, bergauf bergab.... da dachte ich schon manchmal: Na hauptsache der rutscht jetzt nicht im Schlamm aus!
EXPLI ist ein neues Social Network für kreative Ideengeber, Bastler, Heimwerker und DIY-Begeisterte, auf dem Anleitungen in strukturierter Form dargestellt, gelesen und kommentiert werden können. Ich durfte die neue Do-It-Yourself-Community bereits vor einigen Wochen in der nicht-öffentlichen Beta-Phase kennenlernen, aber seit heute ist das Portal nun endlich öffentlich zugänglich und wartet nur darauf, erkundet zu werden. Die Themen reichen von einfachen Kochrezepten wie das Zubereiten eines Mango-Igels, über die Anfertigung eines schwebenden Bücherregals bis hin zu lustigen LED Graffitis - es ist also fuer jeden etwas Interessantes dabei.
Screenshot von www.expli.de
Expli läd aber nicht nur zum Stöbern durch die vielen kreativen Ideen ein - die gezielte Suche liefert oft auch für konkrete Probleme und Fragestellungen einen guten Rat.
Aber auch das Verfassen und (Mit)teilen eigener Ideen und Anleitungen in der Expli-Community macht Spass und ist zum dank der intuitiven Benutzeroberfläche kinderleicht. Diese sogenannten Explis können übrigens auch über Widgets in die eigene Webseite eingebunden werden, so wie z.B. mein persönlicher Favourit, das schwebende Bücherregal:
Da sich die Seite noch in der Betaphase befindet, können natürtlich noch kleinere Fehler und Unklarheiten auftreten. Das Team von Expli reagiert aber eigentlich ziemlich schnell auf Feedback und hat auch schon einige meiner Wünsche und Vorschläge umgesetzt. Das grüne Feedback-Formular ist ja auch nur schwer zu übersehen!
Übrigens: Zum Start wird bis Ende September unter allen Teilnehmern, die 10 Freunde erfolgreich zu Expli einladen, ein niegelnagelneuer iPod Touch verlost. Die Anmeldung und Teilnahme auf Expli ist natürlich kostenlos.
Am Abend schlenderten wir noch kurz ueber den Hmong Night Market, den gemuetlichen Nachtmarkt von Luang Prabang. Aber auch bei Tage gibt es vielfaeltige Einkaufsmoeglichkeiten, z.B. auf dem Markt gegenueber dem Royal Palace Museum oder in zahlreichen Souvenirgeschaeften.
Ziemlich mitgenommen von der kurvigen Fahrt nach Luang Prabang entschieden wir uns den Rest des Tages etwas ruhiger zu verbringen. Daher studierten wir zunaechst den Reisefuehrer bei einem frischen Kokosnussdrink in einem Restaurant mit Blick auf den Mekong. Auch am Abend entschieden wir uns fuer ein Restaurant am Wasser. Seyeong entschied sich fuer einen Salat mit Shrimps, und ich bestellte Fleisch laotisch. Lustigerweise bekam ich in dem Restaurant tatsaechlich nur Fleisch serviert, ohne Gemuese oder sonsige Beilagen...
Abgesetzt wurden wir leider nicht im Zentrum von Luang Prabang, sondern irgendwo ausserhalb an einem sogenannten "Mini Bus Terminal". Dort warteten bereits die Tuk Tuk Fahrer auf uns und kassierten fuer die Weiterfahrt auch ordentlich ab. Dies war jedoch die einzige Abzocke in Laos, und konnten wir darueber hinweg sehen. Etwas dreist war es allerdings schon, denn unser Tuk Tuk folgte dem leeren Bus quasi bis in die Innenstadt ....
Gegen 9 Uhr ging sie los, unsere Fahrt im Minivan von Vang Vieng nach Luang Prabang. Das Busticket konnten wir auch hier wieder direkt ueber unsere Unterkunft buchen, so dass dies kein Schwierigkeiten bereitete. Angeboten wurden allerdings zwei verschiedene Tickets: Mit dem normalen Bus, oder im Minivan. Das Minivan-Ticket war teurer und - so dachten wir jedenfalls - bequemer als der grosse Bus. Nun, wirklich bequem war die Fahrt nicht, aber immerhin sind wir trotz der Rennfahrt durch das kurvige Gelaende keinen Abhang hinunter geschossen und heile in Luang Prabang angekommen. Die Aussicht auf die Berge und das durchqueren der kleinen Doerfer (Ansammlung von wenigen Bambushuetten am Strassenrand) war auch sehenswert.
Irgendwo zwischen Vang Vieng und Luang Prabang
Irgendwo zwischen Vang Vieng und Luang Prabang
Irgendwo zwischen Vang Vieng und Luang Prabang
Nach einiger Zeit wurde es dann einer Mitfahrerin ziemlich schlecht von dem ganzen Geschaukel in unserem Gefaehrt, so dass wir eine kurze Pause mitten in der Pampa einlegen mussten. Hat mir aber auch nicht geschadet und den anderen, wie man auf dem Foto sehen kann, scheinbar auch nicht...
Kurze Pause - einigen Mitfahrern wurde schlecht!
Als wenn die eine Pause nicht gereicht haette, liess sich unser Fahrer sein Mittagessen an der Raststaette nicht nehmen... Fast alle der Mitfahrer einschliesslich Seyeong kauften sich ein Sandwich... Naja, da weiss man wenigstens ungefaehrt, was man bekommt. Ich entscheid mich einsam und alleine in eines der Restaurants zu gehen und bestellte Gelbe Nudeln. Waren ziemlich lecker. Allerdings musste ich bei der Hygiene ein Auge zudruecken. Der Tisch klebrig, zwischen den Beinen am Tisch Hunde und sonstiges Federvieh.... zum Glueck hatte ich die Kueche nicht gesehen ;-)
Minivan an einer Raststätte zwischen Vang Vieng und Luang Prabang
Raststätte zwischen Vang Vieng und Luang Prabang in Laos
So klein ist Vang Vieng: Obwohl wir die Flussbar frueher verlassen haben als Jens und die Koreaner, trafen wir sie am Abend waehrend der Suche nach einem Restaurant auf der Strasse wieder. Prompt wurde abgemacht, den Abend gemeinsam zu geniessen. Die Koreaner hatten sich auch schon ein Restaurant ausgesucht, bei dem es angeblich "Bulgogi", ein koreanisches Fleischgericht, geben sollte. Ja, so kann man es auch nennen. Gegessen haben wir allerdings Steamboat, eine typisches Gericht in Suedostasien, vergleichbar mit Shabu-Shabu. Dazu wird auf einem speziellen Grill sowohl Freisch gebraten, als auch eine Bruehe gekocht. In diese kann man dann Nudeln und andere Gemuese geben, und erhaelt so eine leckere Suppe zum Fleisch. Dieses Gericht haben wir auf der Reise noch einige Male gegessen, u.a. in Kambodscha und Malaysia, wobei es uns - rueckblickend betrachtet - hier in Vang Vieng am besten geschmeckt hat.
Ohje - Wie sieht es denn hier aus?
Steamboat Dinner in Laos
Seamboat - Typisches Fleischgericht in Südostasien
Im Anschluss gab es dann auf der Strasse am Imbissstand noch einen Crepe.
Am Nam Song angekommen, standen auch schon die Kajaks fuer uns bereit. Fuer Seyeong war es das erste Mal auf dem Wasser, doch nach einer kurzen Eingewoehnung ging es gut voran und so machten wir uns auf die letzten 2 Kilometer der Tour zurueck in Richtung Vang Vieng. Auch hier wurden wir natuerlich wieder mit schoenen Landschaften belohnt.
Seyeong im Kajak
Etwa einen Kilometer vor Vang Vieng wurde es ploetzlich immer lauter. Musik? Wo kommt denn die her, mitten in der Wildnis? Nach der naechsten Kurve wussten wir es: Bars, Kneipen und Restaurants am Flussrand - wohin man nur schaute. Und auch der Fluss fuellte sich immer mehr mit Menschen. Die meisten waren in Tubes (grosse Reifenschlaeuche) unterwegs und liessen sich von Bar zu Bar den Fluss entlang treiben. Andere konnten sich den Spass nicht nehmen lassen, sich von einem der vielen Sprungtuerme im Tarzan-Style in den Fluss zu stuerzen. Cool!! Um ehrlich zu sein, so habe ich mir die Partys in Suedostasien immer vorgestellt. Lauter verrueckte Backpacker und Aussteiger, dazu Bier und Drogen und das alles am Strand unter Palmen. Ok, einen richtigen Strand habe ich am Nam Song nicht gesehen, aber das haben die meisten hier in ihrem Rausch wahrscheinlich gar nicht gemerkt oder vermisst ;-)
Bar mit Sprungturm am Nam Song
Touristen lassen sich im Reifen über den Fluss treiben, Vang Vieng
Schliesslich konnten wir unseren Guide von einem kurzen Zwischenstopp ueberzeugen, um uns einmal das Geschehen aus der Naehe anzusehen. Bargeld hatten wir leider nicht so viel dabei, aber fuer ein Bierchen reichte es zum Glueck noch. War wahrscheinlich auch besser so, sonst waeren wir noch versackt..! Natuerlich haben wir prompt Kontakte zu den anderen Reisenden an unserem Tisch geknuepft, und wie es der Zufall so wollte war dies eine lustige Truppe aus mehreren Koreanern und einem Deutschen. Die Koreaner liessen es sich natuerlich nicht nehmen, gleich mal eine Flasche Lao-Lao zu ordern, dass ist der traditionelle laotische Schnapps. Und so kamen wir schliesslich auch noch in den Genuss.
Bierpause in einer Strandbar, Vang Vieng
In einer Flussbar am Nam Song in Vang Vieng, Laos
Jens probiert Lao-Lao
Sprungturm
Sprungturm in Vang Vieng
Nach dem Abschied habe ich mich noch gefragt, wie diese lustige Truppe mit ihrem Alkoholpegel und in den Tubes bloss wieder lebend nach Vang Vieng kommen wollen... Aber irgendwie haben sie es doch geschafft - zum Glueck.
Im Anschluss begaben wir uns auf eine kleine Trekkingtour durch die Natur und in Richtung des Nam Song Flusses, wo es im Anschluss mit dem Kajak zurueck nach Vang Vieng gehen sollte. Die Landschaften in Laos sind wirklich wunderschoen, und bei dem klasse Wetter machte der Spaziergang richtig Spass. Unsere nassen Klamotten nach der Tham Nam-Besichtigung wurden so auch schnell wieder trocken.
Trekking in Vang Vieng, Laos
Grüne Landschaft in Laos
Wandern in Laos
Laotische Kinder in Vang Vieng, Laos
Trekking in Laos
Wandern in Vang Vieng, Laos
Hmong Dorf in Vang Vieng, Laos
Auf dem Weg besuchten wir noch kurz ein kleines Dorf der Hmong, einer ethnischen Minderheit in Laos, die es nicht ganz leicht hat. Viele Maenner wurden in den 1960ern von der CIA fuer den Vietnamkrieg rekrutiert und seit dem Rueckzug der US Truppen und der Machtuebernahme der Kommunisten in Laos wurde diese Minderheit verfolgt und viele Menschen getoetet. Daher leben viele der noch in Laos ansaessigen Gruppen abgeschieden in den Bergen des Landes. Weitere Infos dazu gibts z.B. bei Wikipedia.
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