Mit 502 Todesopfern und mehr als 900 Verletzten ist der Einsturz des Sampoong Luxuskaufhauses in Seocho-dong, Seocho-gu, Seoul am 29. Juni 1995 die wohl schwerste Katastrophe im Nachkriegskorea.
1995년 6월 29일에 서울시 서초구 서초동 삼풍 백화점이 무너졌을 때 502명 죽은 데다가 900명 이상 다쳤다.
Faehrt man heute an den Ort des Geschehens, sucht man nach Hinweisen auf diesen schrecklichen Tag jedoch vergebens. Das Grundstueck ist laengst wieder neu bebaut mit Apartments, Cafes und schicken Geschaeften. Eine Hinweistafel oder ein Mahnmahl ist nicht auffindbar.
오늘은 그 데에서 벌써 새 건물들을 지었다. 사람들한테 물어도 어느 기념비 뿐만 아니라 안내 표시도 찾을 수 없다.
Etwa auf diesem Grundstueck stand einst das Sampoong Kaufhaus
Etwa auf diesem Grundstueck stand einst das Sampoong Kaufhaus
Mit dem Internet habe ich aber schliesslich doch noch einige Gedenkstaetten ausfindig machen koennen. Das wohl groesste Mahnmahl befindet sich im Seoul Citizen's Forest in Yangjaedong, Seocho-gu.
마지막 인터넷으로 어느 기념비들을 찾았다. 제일 큰 것은 서울 서초구 양재동 시민의 숲 안에 있는 삼풍참사 위령탑이다.
Gedenkstaette fuer die Opfer; Seoul Citizen's Forest, Yangjaedong
Gedenkstaette fuer die Opfer; Seoul Citizen's Forest, Yangjaedong
Hintergrundinformationen (사고 안내):
50 minuetige koreanische Dokumentation (비디오, 한국어)
Wikipedia: Sampoong Department Store collapse (Englisch; 영어)
The Korea Times: Collapse of Sampoong Department Store (Englisch, 영어)
Lese Deinen Block -seit meinem Aufenthalt in Korea letztes Jahr- hin und wieder und bin echt positiv überrascht, gerade was Infos und die Kontinuität angeht.
Nun aber zum eigentlichen Kommentar. Das Verhalte passt irgendwie zu Seoul, große moderne Stadt die alles Alte hinter sich gelassen hat ohne grosse Erinnerungen. Gut es gibt Tempel und der Gleichen doch bis auf Insadong -hoffentlich richtig geschrieben- konnte ich keine alt bzw traditionelle Stadtteile finden.
In der Sueddeutschen gab es einen interessanten Artikel dazu "Seoul die Stadt ohne Gedächtnis" oder so...
Trotz alledem hat die Stadt aber auch ihren Charm...
@Nuku: Quality posting at its best ^^
@Elmar: Kommt drauf an, ws man unter altes Viertel versteht. 100 Meter von meinem Apartment stehen einige Häuschen aus dem 18. Jahrhundert.
Ich weiß nicht genau, was du mit alte Stadtteile meinst...Der Artikel in der Sueddeutschen zeugt von großer Unwissenheit des Autors, muss ich leider so sagen.
Danke fuer die Blumen. Dein Blog ist aber auch nicht schlecht, Jan.
Gruss
Florian
Na, was man mit alten Stadtteilen meint ist doch schon einleuchtend, oder nicht? Ich meine halt Gegenden wo man sieht wie Menschen früher in der Stadt gelebt haben, also quasi eine Altstadt. Jetzt muss ich aber dazu sagen, dass ich die Geschichte Seouls auch nicht runter beten kann und in den fünf Monaten auch nicht jede Ecke gesehen habe. Doch ich finde man kann schon sagen das die Stadt mehr oder weniger aus dem Boden gestampft wurde, was auch Koreaner selber etwas zwiespältig erwähnen.
Bilder von Seoul heute und früher(60er Jahre) habe ich damals in einer Fotoaustellung gesehen und die Unterschiede sind doch krass.
Was ich jetzt nicht alles über einen Kamm scheren will, ist aber die Tatsache das man in Ländern wo plötzlich ein Wirtschaftsboom einsetzt, gerne mal alles Alte hintersich lässt -bestes Beispiel Peking und seine Hutongs- in wie weit das gut oder schlecht ist möchte ich als Aussenstehender auch nicht beurteilen. Der Artikel in der Sueddeutschen machte auf mich nicht den Eindruck schlechter Recherche, leider kann ich ihn aber auch nicht mehr genau daran erinnern. Ein Beispiel was sich durch den Artikel zog war halt der Fluss durch die Stadt, welcher früher schon existierte, dann als Highway umgebaut wurde und nun wieder als künstlicher Fluss über den alten (kanalisierten) Fluss fliesst.
Na ja wie auch immer...
Schönen Gruß nach Korea
Elmar
hier mal der Artikel http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/211/103108/
Ich hoffe Links in Kommentaren ist kein Problem. Die Geschichte mit dem eingstürzten Gebäude hat mich halt an diesen Artikel erinnert...wollte hier eigentlich auch keine wüste Kommentarschreiberei starten, hat mich halt interessiert ;-)
@Elmar: Naja, der Wirtschaftsboom hat nur den letzten Rest gegeben, Seoul lag schon im Koreakrieg in Trümmern. Der Bauboom hat eigentlich viel Positives gebracht (siehe Cheonggyecheon, wo aus behelfsmäßigen Holzhütten immerhin - wenn auch hässliche - Betonapartments wuerden - und jetzt eben wieder ein Fluss mit Modemärkten; Seoul ist noch immer im Wandel und an den meisten Ecken zum Besseren)
SEOUL ist hässlich. einer der hässlichsten städte der welt. ich bin selber gebürtiger koreaner. und ich sage SEOUL ist uaaargh!
Rein aus Interesse habe ich mir das Gelände auch mal angeschaut (da ich mich noch einigermaßen schwach erinnern kann, dass wir zu dem Zeitpunkt in Korea waren)... Was viel interessanter ist, war die Reaktion der Koreaner selbst zu dem Zeitpunkt. Von Ausländern dazu angesprochen hat man sich fast gar nicht dazu geäußert. Es war ein nationaler Schandfleck. Damals waren um das Gelände noch meterhohe blaue Bauzäune errichtet und die koreanischen Medien haben quasi rund um die Uhr darüber berichtet. Interessant sind auch noch die Umstände, die zu der Zeit herrschten: Seocho galt und gilt z.T. immer noch als sehr wohlhabendes Viertel und es war damals das einzige Luxuskaufhaus, das in der Nähe war. Das war u.a. auch der Grund, warum die Liste der Verstorbenen dem Who's Who der koreanischen Gesellschaft gleicht. Auch interessant ist, dass die Sung soo Brücke nur wenige Monate vorher auch wg. struktureller Schwäche durch Baupfusch zusammengebrochen ist (ich glaube nur zwei / drei Pfeiler). Über die kann man im Westen Seouls immer noch fahren... Außerdem haben viele Koreaner wirklich Panik vor Erdbeben, da sie ganz genau wissen, dass viele Gebäude das nicht "überleben" würden.
Hallo Florian, es stimmt, dass man in Seoul es gerne totschweigen moechte, denn es haengen wohl noch ganz andere Kreise mit drin. Umso interessanter, dass es 2006 in einem Spielfilm verarbeitet wurde. In 'Trace of Love' werden zwei Frauen verschüttet, die eine stirbt, die andere wird gerettet. Die Verstorbene hat so von ihrem Mann geschwärmt, dass die Überlebende ihn schließlich kennenlernt.
Eine andere Sache, die in 'Holiday' (2005) aufgenommen wird, ist das Abreißen von alten Vierteln mit Zwangsumsiedlung kurz vor der Olympiade 1988, um der anreisenden Weltgemeinschaft eine heile Welt zu suggerieren. Der damalige verantwortliche Bürgermeister von Seoul will übrigens jetzt gerne Präsident werden.....Immerhin hat er den Film gesehen.