Kulturelle Unterschiede Deutschland - Korea
Ich lerne gerade fuer Marketing... eine Hammerklausur ueber 4 Vorlesungen, geballtes Wissen auf etwa 1200 Karteikarten. Aber immerhin: nicht uninteressant.
So lernt man z.B. im Kontext des Internationalen Marketing die 5 Kulturfaktoren nach Prof. Hofstede kennen, die ich hier am Beispiel Deutschland/Korea vorstellen wollte:
- 1) Machtdistanz (PDI)
- 2) Individualismus (vs. Kollektivismus) (IDV)
- 3) Maskulinitaet (vs. Feminitaet) (MAS)
- 4) Grad der Unsicherheitsvermeidung (UAI)
- 5) langfristige (vs. kurzfristige) Orientierung (LTO)
Eine kurze Internetrecherche fuehrte mich jedoch direkt zu den Seiten von Herrn Prof. Hofstede, auf denen er seine Untersuchungsergebnisse diverser Laender veroeffentlicht hat. Daher werde ich auf eine eigene Ausfuehrung verzichten.
Mich verwundert bei diesen Werten allerdings die Einschaetzung der Maskulinitaet, heisst es doch in der offiziellen Erklaerung des Faktors:
Masculinity (MAS) focuses on the degree the society reinforces, or does not reinforce, the traditional masculine work role model of male achievement, control, and power. A High Masculinity ranking indicates the country experiences a high degree of gender differentiation. In these cultures, males dominate a significant portion of the society and power structure, with females being controlled by male domination. A Low Masculinity ranking indicates the country has a low level of differentiation and discrimination between genders. In these cultures, females are treated equally to males in all aspects of the society.
Diese Interpretation des Faktors ist im Hinblick auf die obigen Werte meiner Meinung nach unangemessen, da doch gerade in Korea die Stellung der Frau vergleichsweise niedrig ist.
Im Artikel The Expatriate Manager in South Korea, Cross Cultural Communication wird dieser Faktor ein wenig anders formuliert, und trifft es schon besser:
Kim, (2000 p. 5 ) places South Korea towards the Nurturing end of the scale of National Culture more than being Assertive like the United States. Hofstede categorized cultures into those that value personal relationships and quality of life (Nurturing) and cultures that place more emphasis on Achievement Orientation ie. value assertiveness, competition, results and performance. In his recent ideas and reflections Hofstede (February 2003) talked about the excessive use of the word “I” in mainstream America in contrast to his native Holland, a more nurturing national culture. “ Stressing the “I” is encouraged in mainstream U.S. culture. Women who are too modest are sent to assertiveness training, and some marketers encourage selling the brand ‘me’. “ He states that English is the only language that he knows that, “writes the pronoun “I” with a capital letter”.
Eventuell werde ich einmal bei Herrn Hofstede bezueglich den Maskulinitaets-Werten bzw. der Definition nachfragen... Oder habe ich in meinem Lernstress etwas falsch verstanden? Japan ist uebrigens mit einem Maskulinitaetswert von 95 bewertet.
Auf weitere Ausfuehrungen moechte ich nun aber verzichten und und verweise fuer weitere Details auf:
Ich glaub da wurden einfach nur die Balken vertauscht. Siehe auch die engl. Wikipedia dazu:
masculinity vs femininity - [...] Japan is considered by Hofstede to be the most "masculine" culture, Sweden the most "feminine." The U.S. and U.K. are moderately masculine.
In der Hinsicht ist Japan nicht soo weit von Korea entfernt...
http://en.wikipedia.org/wiki/Geert_Hofstede
Nein, das Diagramm habe ich aus den Daten von Herrn Hofstedes Webseite erstellt. Fuer mich sieht es danach aus, als haette man fuer die Erhebung des Maskulinitaetswertes der Laender Deutschland und Japan die erstgenannte (offizielle) Definition des Faktors herangezogen, und fuer die Erhebung des Wertes fuer Korea die zweitgenannte, abweichende Interpretation... Was natuerlich dann den direkten Vergleich der Werte sinnlos macht... Aber ich denke auch, der Wert sollte irgendwo in der Naehe von Japans Einstufung, zumindest bedeutend hoeher als im Fall Deutschland, liegen.
in der definition des "expat managers" wird Männlichkeit als durchsetzungsvermögen, selbstbewußtsein (assertiveness) identifiziert und Weiblichkeit als pflegend, nährend (nurturing). diese definitionen finde ich sehr verwirrend, obwohl ich mir schon vorstellen könnte, daß korea insgesamt nicht so "selbstbewußt" ist. die theorie klingt zwar ganz interessant, ist aber, ohne davon je etwas gehört zu haben, nicht ohne weiteres nachvollziehbar. was sagt so eine statistik denn über ein land aus? und wie "mißt" man diese "kulturfaktoren" denn überhaupt?
Soweit ich weiss werden dazu standardisierte Frageboegen ausgewertet, siehe hier:
http://feweb.uvt.nl/center/hofstede/VSM.html
Durch einen solchen Vergleich kann man ein Land besser einschaetzen, z.B. die Wettbewerbsvorteile:
z.B. (laut meinen Vorlesungsunterlagem :)
- Machtdistanz gering: Akzeptieren eigener Verantwortung
- Machtdistanz hoch: Disziplin
-Kollektivismus: Engagement des Mitarbeiters
-Individualismus: Mobilitaet des Managements
-Maskuline Gesellschaften eignen sich eher fuer Massenproduktion, Effizienz, usw, Feminine dagegen fuer pers. Dienstleistungen, Produktion nach Vorgaben des Kunden
Die Untersuchungen von Hofstede sind ja doch nur untersuchungen und du darfst sie wie alles im leben nicht kritiklos hinnehmen. soweit ich weiss hat er die untersuchung vor vielen jahren gemacht und auch nur innerhalb von IBM. aufgrunddessen sind dies bestimmt keine repraesentativen ergebnisse. sie geben jedoch grobe richtwerte vor, die stimmen moegen. einzelne punkte sind aber natuerlich strittig und ich wuerde dir bei der einschaetzung der rolle der frau auch soweit zustimmen, zumindest nach persoenlichem empfinden. trompenaars hat uebrigens auch interesannte dinge zu kulturunterschieden festgestellt- kannst du ja mal nachlesen - gruss daniel
Keine Ahnung wie Ihr darauf kommt das Korea "maskuliner" sein muesste... Klar das es von Aussen so aussieht das Maenner das Sagen haben - Zu Hause haben aber eindeutig die Frauen die Hosen an... Ausserdem ist Korea ein erfreulich offenes und gefuehlsbetontes Volk...
Mich hat dieses Ranking bezüglich Deutschland nicht erstaunt - soviel ich weiss geht es dabei auch um die Wertschätzung 'femininer Werte'(und damit ist sicher nicht das 'Heimchen am Herd'gemeint) in einer Gesellschaft und da finde ich ist Deutschland eins der abwertensten Länder in Westeuropa, leider..
schwachsinn..
Deutschland eines der abwaertesten Laender Westeuropas...
(blicke doch bitte einmal ueber den Tellerrand hinaus.. -_- )
Mas definiert nicht wie niedrig oder hoch eine frau gestellt ist, eher wie gleichbereichtigt die geschlechter umgehen.