Ok, was ist ein DVDBang? Das ist ein kleiner Raum, der im Prinzip aus zwei Dingen besteht: einem Projektor mit Leinwand und einem riesigen Sofa (der Begriff Spielwiese waere wohl passender...). Dort kann man dann in aller Ruhe und ungestoert einen Film anschauen. Wir haben uns fuer eine koreanische Komoedie entschieden. Und keine Angst, wir waren anstaendig ^^;;
Das Lieblingsspielzeug der Koreaner ist das Mobiltelefon. Jeder hat eins, und jeder benutzt es. Ob in der U-Bahn oder im Restaurant, ueberall piep und summt es, ueberall wird auf der kleinen Tastatur im Megatempo gehaemmert. Und ob Mann oder Frau: jedes Handy wird verziert und es baumelt irgendein Kitsch an den kleinen Geraeten. Auch Jimin ist Weltmeister im SMS schreiben. Ich schaetze mal, dass sie so um die 20 Stueck pro Tag versendet. Dabei kann sie natuerlich blind auf der kleinen Tastatur tippen und hat die Nachricht bereits so schnell verschickt, dass man es kaum glauben kann :)
In Suedkorea besteht Wehrpflicht, wohl auch aufgrund der angespannten Beziehung zu Nordkorea. Die Dienstzeit betraegt drei Jahre und duerfte kein Zuckerschlecken sein. Ueberall in Seoul trifft man daher auch auf uniformierte Soldaten, wie hier an der Wangsimni U-Bahn Station.
Dank ihr habe ich einen tollen Einblick in das koreanische Alltagsleben erhalten, weit mehr als man als Tourist ohne engere Kontakte bekommen koennte. Und eine solche Moeglichkeit moechte auch ich ihr nun bieten. Schliesslich interessiert sie sich sehr fuer Deutschland und wird Deutsch vielleicht als Hauptfach in der Universitaet belegen. Und was bietet sich da schon passenderes an, als das Weihnachtsfest in einer deutschen Familie zu verbringen?
Ehrlich gesagt: Ich hatte kaum Hoffnung, dass ihre Eltern diese Idee auch nur im Ansatz unterstuetzen wuerden. Denn Korea ist konservativ gepraegt, die Eltern sind oft sehr fuehrsorglich und Beziehungen gestalten sich daher schon etwas komplizierter als bei uns.
So habe ich in Seoul einen Japaner kennengelernt, der seine koreanische Freundin besuchen kam. Die beiden sind sich in Australien naehergekommen und dort mehrere Monate gemeinsam gereist. Es ist unfassbar fuer mich, dass er waehrend seines Aufenthalts nicht in ihr Elternhaus eingeladen wurde! Denn der feste Freund wird in Korea oft erst kurz vor der Heirat der Familie vorgestellt.
Ohh...da faellt mir ein: Ich habe Jimin's Mutter kennengelernt! Bin ich nun so gut wie verlobt??? ;-)
Wie dem auch sei, tatsaechlich haben Jimin's Eltern einem Besuch in Deutschland zugestimmt. Dabei ist sicher nicht der Wunsch ihrer Tochter, den deutschen Freund wiederzusehen das ausschlaggebende Argument gewesen. Denn eine guenstigere Moeglichkeit unser Land kennzulernen wird sich wohl kaum ergeben. Angesichts der hohen Flugkosten finde ich aber auch diese Argumentation akzeptabel.
Jimin ist nun sehr zuversichtlich und moechte in kuerze einen Flug buchen. Dennoch konnte sie mir keine 100%ige Zusage geben, da sie in den Ferien eventuell einen Kurs an ihrer Universitaet belegen muss. Ich druecke die Daumen, dass dem nicht so ist!
Nachtrag: Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Man muss sich leider doch mit der Windows-Software authentifizieren, aber wenn man anschliessend die PCMCIA-Karte entfernt (ohne sich abzumelden) und dann schnell genug in Linux bootet, funktioniert es weiterhin :)
Nachtrag 2: Ich habe einen Linux-Client fuer den Nespot-Wireless Router gefunden: Linspot
Sie wurde von den Eltern ihres Mannes ausgewaehlt. Beim vierten Treffen wurde geheiratet. Ein Mitspracherecht hatte sie nicht. Ihr Bruder hingegen liess sich auf die von den Eltern ausgewaehlte Frau nicht ein. Es dauerte 3 Jahre, bis die von ihm gewaehlte Frau akzeptiert und der Heirat zugestimmt wurde.
Heute ist es nicht mehr ganz so extrem. Die juengere Generation sucht sich ihre Parnter durchaus selbst aus. Dennoch lautet die Formel "Mitteilung - Entscheidung (Eltern) - Heirat", waehrend bei uns eher "Entscheidung (Paar) - Mitteilung - Heirat" angesagt ist. Zusammenleben vor der Ehe wird von der Gesellschaft auch heute noch nicht akzeptiert.
Dennoch sieht auch sie die grosse Kluft zwischen juengerer und aelterer Generation. Ich denke, dass sich Korea in den naechsten Jahrzehnten in dieser Hinsicht stark wandeln wird.

Gestern habe ich mir zunaechst einmal Tetris fuer mein Handy gekauft. Das Spiel hat 2000 Won gekostet und ist ideal fuer lange U-Bahnfahrten :)
Am Nachmittag sind Jimin und ich nach Sinchon gefahren und haben uns in einem Board-Game-Cafe zu einer Runde Jenga niedergelassen. Dort habe ich meine Handy-Kamera getestet :) Die zu niedrig eingestellte Aufloesung habe ich erst zu Hause bemerkt...
Am Abend ging es dann schliesslich noch mit Young-Han nach Kangnam, wo wir etwas zu viel getrunken haben. Heute muss er leider wieder zurueck zur Army.
